Samstag, 13. Juni 2009

tach auch

zum glück ist nachts nacht, sonst wäre ja den ganzen tag tag. das würde doch keiner verkraften ... gute nacht allerseits


Freitag, 3. April 2009

hallo krise

so, jetzt ist es amtlich; habe ich doch gestern einen blick auf mein
bankkonto geworfen: die finanzkrise ist nun auch bei mir angekommen. das ist insofern garstig, als ich mich aufgerufen sah, antizyklisch zu handeln und mein geld dem einzelhandel zur besserung der wirtschaftslage in die bettelnden und mitleiderregenden leeren hände zu legen. und was ist geschehen? der ifo-index liegt nach wie vor am boden. es scheint für die katz gewesen zu sein. war es bisher eine geglaubte, gelesene und gehörte krise, so ist es nun tatsächlich eine gefühlte krise. "mist!", wie ein freund von mir zu sagen pflegt. was ist da geschehen mit unserer welt? insgeheim habe ich einen verdacht. nämlich den, dass es hier gar nicht um einen finanz, sondern eine lebensmitte-krise geht. warum? ich frage mich, warum das eigentlich noch niemand gemerkt hat. denn ein berufsstand, der schon den namen manager, (mehr oder weniger frei) übersetzt also "alternde männer" trägt, der muss doch früher oder später in die krise geraten. und wenn ich mir die herren (jaja, oder heißt jefraud gern frauwillig womanager?) so anschaue dann passt das altersmässig ganz gut ins schema. auf der anderen seite: wir haben glück, denn der finanzkrise stehen ja alle so schrecklich hilflos gegenüber ... so ne lebensmittekrise ist da schon viel einfacher in den griff zu bekommen: gebt den herren ne neue yacht, ein neues auto, ne neue villa, wenn's sein muss ne neue frau und dann können wir normalsterblichen wieder zufrieden die welt retten ... und uns fragen, was diese klitzekleine horizonzal verlaufende linie vor der größer werdenden zahl auf dem kontoauszug bedeutet ...

Donnerstag, 31. Juli 2008

nacht ohne mond

wohin bewegen wir uns? stürzen wir nicht fortwährend? ist es nicht ... dunkler geworden?
die bäume rauschen in eben dieser dunkelheit sanft im wind. es lässt sich hören, dass da noch etwas ist. bewegung. die bäume rauschen und stehen fest an ihrem ort, machen sich keine gedanken über das 'wohin'. das unterscheidet sie vom standard-menschen. er hat gelegentlisch mit rausch zu tun, aber er rauscht nicht, muss jedoch zu zeiten klarheit über das 'wohin' bekommen. das fällt nicht leicht. erst recht dann nicht, wenn die welt sich nicht so dreht, wie gewohnt, wenn die drehrichtung eine frage der zukunft ist. wenn nicht mehr klar ist, was sich wohin bewegt, dann hilft nur der kleine schritt. jeden tag aufs neue ein kleiner schritt.
gelegentlich hat der urlauber die chance, seine schritte barfuß durch den wohlig warmen sand zu tun. angenehme schritte, leichte schritte. nah an dem, was ist und was ihn berührt. dort rauscht das meer, kommend und gehend. auch dieses macht sich keine gedanken über das 'wohin', denn es geht überall dorthin, wo es kann. die bäume bleiben, denn sie können nicht fort. der mensch, er kann all das ... kommen und gehen, bleiben ... und muss ich entscheiden, oder sich entscheiden, sich nicht zu entscheiden. aber die dunkle nacht unter dem rauschen der bäume ist nicht wie die mondnacht beim rauschen des meeres. der baum fällt dir auf den kopf, das meer reißt dich in die tiefe ... und nun entscheide dich ... so wahr dir gott helfe. trotz aller bewegung, eines steht fest: es ist dunkler geworden. gute nacht allerseits.

Donnerstag, 24. Juli 2008

kirchenglocken

es glockt, des nachts. vier mal zur vollen stunde. man* hört es durch die nacht klingen, frau auch. so viele jahre schon. und so oft nimmt man es kaum zur kenntnis. irgendwann hat dann die stunde geschlagen. die stunde, die jetzt gerade zählt. um die letzte stunde geht es ja eher selten. aber angesichts dieser letzten zählen die stunden davor so viel mehr. wie oft muss man es läuten hören? wie oft bis man sich zu hause fühlt? wie oft bevor man geht? wird man das läuten vermissen, wenn man weg ist? oder ist es nur eine ungewohnte vorstellung? so viele jahre läuten sie schon, ein leben lang. wie lange noch? sie beginnen, die glocken der fremde zu sein ... gute nacht allerseits.

*nicht vergessen: ich gehöre dem männlichen teil der bevölkerung an.

Donnerstag, 24. April 2008

allein

ein schritt, kein schritt. egal ... allein mit den gedanken, die das leben zu dem machen, was das letzte ist, was dir bleibt. allein mit den gedanken, die dir keine chance lassen anders zu sein, als du bist. nebel, durch den du dich tastest. keine wegweiser, die dir den richtigen solchen weisen. allein, mit dem lied, dass allein dir sagt, was anders nicht zu sagen ist. ein bahnsteig, du schaust dem zug nach, der deine hoffnung mit sich nimmt und dich mit dir selbst allein lässt. umwenden und gehen. die schritte, die du gehst, leiten dich ... ist doch nicht wahr! sie leiten nicht, sie passieren einfach. ein fuß vor den anderen. allein mit dir selbst; du spürst die distanz zwischen dem, was du bist und dem, der du gerne wärst (vergebt mir, ich bin nun mal ein mann), genannt hoffnung. was zwingt dich, den weg zu nehmen, den du gehst? bist es nicht du selbst, der die entscheidung fällt? über jeden nächsten schritt? nein, doch. sie geschehen und du lässt sie geschehen. erfordert der schritt deinen mut? der schritt, den du gehst, der geschieht ... mit jedem solchen wird der nebel dichter. nur noch stimmen entlang dem weg. schöne stimmen, aufwühlende stimmen, böse stimmen. keine weg-vom-weg-weiser. so ist es und nicht anders. wie auch? fragen, die du nur du ganz allein nicht beantworten kannst, weil nur du sie kennst. kein erlöser in sicht. wie auch, im nebel. jeder schritt, ein tritt mit aller wut auf die erde, die dich nicht gehen lässt. allein mit deiner unangebrachten wut auf das, was du niemals wolltest. die schritte leiten nicht und führen dich nicht heim. wie könnten sie auch? wohin? wenn du es nicht weißt ... die stimmen verbindet, dass sie nicht deine sind. du schweigst und gehst und redest gelegentlich dazwischen und schweigst doch. der zug ist längst verschwunden. du auch. aber wo? ein schritt, kein schritt. egal ... gute nacht allerseits.

Mittwoch, 26. März 2008

ostern macchiato

das ist mal eine ganz besondere angelegenheit. während der nikolaus mittlerweile in badeshorts geschenke austeilen kann, versinkt der osterhase bis zu seinen osterhasenohren in unterfränkischem neuschnee. wer hätte gedacht, dass der multimedial auszuschlachtende klimawandel tatsächlich das gefühlte klima wandelt. was nun kann es schöneres geben, als in dieser in weiß getauchten osterzeit das fest der auferstehung des auferstandenen hoch über der stadt der würze zu begehen - im schatten der beeindruckend qudratisch praktisch liturgisch-feierlich auszuschlachtenden festung auf mariens berge. leise fallen am morgen die weißen flocken herab, gleichsam der milchschaum der österlichen feierlichkeit. im grabig dunklen festungsgang spüren wir der stille und dunkelheit der gruft nach, fühlen wir, wie die schatten uns umfangen. und dann ... bekommen wir einen eindruck davon, dass in diesen zeiten der kachelmannschen klimafluktuationen auch der kirche und ihrer andächtigkeit ein scharfer wind mit ungefähr 100db ins gesicht und respektive um die ohren weht. wer hätte gedacht, dass schon am frühen morgen völlig unliturgisch auf dem marienberg mit schwerem gerät die österliche schaumkrone von den fuß- und fahrwegen getilgt wird. mitten ins "derr herr ist auferstanden" rattert dieser giftgrüne schneeschipptraktor den festungshof hinauf und hinunter, dass uns das nachfühlen des österlichen schreckens nicht mehr sonderlich schwer fällt. dem treckerfahrer ist anzusehen, dass rücksichtsvolle feinfühligkeit im bezug auf andächtige osterfeiergruppen bei seiner anstellung nicht zu den anforderungen im bereich sozialkompetenz gehört haben kann. nun denn, wir österlichen feierenden fliehen diesen ort des frühösterlichen getöses und machen uns mit den erloschenen osterteelichternimpraktischenplastikbecher auf zum blick über und gebet für die stadt. langsam kehrt die andächtigkeit zurück und die kühle des fallenden schnees umfängt meine unbehandschuhten finger. ich hoffe doch, dass die österlichen gebete nicht umsonst sind, sie nicht verhallen wie ein hauch im wind, sich auflösen wie ein durchnässtes liturgieblatt im neuschnee und wie meine 4 euro im festen marienburger parkautomaten. wenn schon das gebet verpuffen könnte, ich hoffe, die stadt würzburg weiß meine osterzwangskollekte gut zu verwenden ... ist es der berühmte unterschied zwischen kostenlos und umsonst? wer beten kann, kann auch zahlen! einen wunderschönen tag allerseits.

Freitag, 14. Dezember 2007

???

es ist schon erstaunlich, wie sich menschen und hörspiele verändern. damit meine ich mein hobby und mich. so viel offenheit am abend? das muss am sizilianischen nero d'avola liegen. oder an der tatsache, dass ich diese zeilen in einen schwarzen "schoßaufsatz" tippen darf, der mich zur zeit viele stunden der freudigen einarbeitung kostet. aus den drei fragezeichen wurden die drei (dr3i). aus mir wurde ein anderer. ja nun, das gilt wohl für jede/n andere/n auch und für die welt an sich sowieso. aber ich muss erstaunt zur kenntniss nehmen, dass manches nicht mehr so ist, wie es - sagen wir mal - vor einem jahr noch war. es schreitet nicht nur die zeit voran, sondern auch eine ganze reihe lebensumstände haben sich aus dem gleis bewegt. ein spezial gelagerter sonderfall? eher die normalität? eins ist klar: normal ist das alles nun wirklich nicht. das problem mit "vom gleis" ist immer, dass man im regelfall auf dem nicht-gleis landet. nur stellt sich dann die frage, wie man jemals wieder einen bahnhof erreichen will. bahnhof bedeutet, immerhin näher an einem ort zu sein, an dem man länger verweilen kann. das wäre ja schon einmal was. doch zu zeiten fällt das unterwegs-sein mit rast- und ziellosigkeit in eins. ich frage mich: hatten die drei ??? eigentlich auch vor, für immer insbesondere in den ferien spannede kriminalfälle sprechend zu lösen ? und hatte ich vor, die rastlosigkeit zum ziel zu erheben? das könnte mir wohl alfred hitchcock sagen, wenn peter pasetti noch am leben wäre. aber weil die umstände eben andere geworden sind, wird es dazu nicht kommen können. gleichwohl ich vielleicht nicht ankommen. das leben ist vermutlich ein witz, den einem am ende erst mal jemand erklären muss. vielleicht lässt sich dann herzhaft darüber abschlusslachen ... gute nacht allerseits.